„Sharebus“ Brisbane – Cairns in 17 Tagen

Noch in Deutschland hatte ich mich über Facebook auf die Suche nach Travelmates gemacht. Wie ihr wisst bin ich die letzten Wochen mit vielen verschiedenen Travelmates unterwegs gewesen, die ich über Facebook kennen gelernt hatte. Über Facebook hatte ich auch von „Sharebus“ gehört. Auf ihrer Website werden verschiedene Trips durch Australien angeboten. In meinem Fall war es der Trip von

  • Brisbane nach Cairns
  • 17 Tage
  • 700$ Miete für den Van mit Anhänger inkl. Camping- und Kochutensilien, Benzin, Fähre nach Magnetic Island und eine Nacht im Hostel
  • bis zu 12 Reisende

Nachdem ich mich von meinen vorherigen Travelmates nach Fraser Island getrennt hatte, war ich erst ein paar Tage in Hervey Bay im Hostel gewesen. Hier war ich das erste Mal seit dem ich wieder am reisen war an einem Punkt, wo ich mich sehr schwer tat, eine Entscheidung zu treffen. Also machte ich eine Liste mit allen Möglichkeiten, was ich machen könnte und entschied mich letztendlich mit dem Bus zurück nach Brisbane zu fahren und auf den Trip mit Sharebus zu gehen.

Zwei Tage vor dem Start des Trips wurde in Brisbane ein Barbecue veranstaltet um die Gruppe kennen zu lernen. Wir waren vier Deutsche, drei Franzosen, zwei Spanier und zwei Kanadier. Sieben Mädchen und vier Jungs. Alle zwischen 18 und 27 Jahre alt. Ein cooler Trupp. Bevor es losging bekamen wir noch ein Guidebook mit Empfehlungen für Sehenswürdigkeiten, Wanderungen, Campingplätze und vieles mehr.

Die ersten Tage waren etwas chaotisch bis wir rausgefunden hatten, was sich wo im Van befand, wie wir am besten unser Gepäck so verstauen, dass wir auch noch drankommen und wie wir bestimmte Aufgaben verteilen wollten. In den nächsten 17 Tagen wurden wir schnell alle sehr gute Freunde. Wir durchstanden viele Tage und Nächte in denen es furchtbar regnete. frühstückten mal auf dem Parkplatz oder im Auto, wurden von Mücken zerstochen, fuhren fast eine Kuhherde über den Haufen, kochten zusammen oder alle getrennt, mussten den Trailer in die Werkstatt bringen, verpassten fast unsere Fähre nach Magnetic Island und verpassten tatsächlich die Fähre von Fraser Island zurück aufs Festland. Wir waren wandern, am Strand, shoppen und feiern. Haben viele neue Leute kennengelernt und uns alle sehr lieb gewonnen.

Als erstes Mal merkte ich sofort, wie angenehm es war, das gleiche Mitspracherecht wie jeder Andere zu haben. Bei Travelmates sind alle vor Allem froh, dass man sich die Spritkosten teilen kann. Da meine Travelmates bis jetzt immer diejenigen mit dem Auto waren, hatten die auch immer das letzte Wort, auch wenn man versuchte Kompromisse zu machen.

Ich schätze früher oder später gibt es in einer Gruppe von 11 Leuten immer jemanden, der die Gruppe leitet. Schnell stellte sich heraus das ich wohl die Planerin war, was ich gut fand, weil ich furchtbar gerne Trips plane. Gleichzeitig war es mehr Arbeit und manchmal fühlte es sich an als wäre ich ein Tourguide und keine Mitreisende. So wurde ich immer gefragt, wann wir das nächste Mal einkaufen gehen oder ob wir mal eine Toilettenpause machen können, selbst wenn ich gerade nicht der Fahrer war. Trotzdem war ich froh über meine Rolle in der Gruppe.

Ich möchte hier nun von meinen liebsten Erinnerungen erzählen, ein bisschen was von dem zusammenleben in der Gruppe und den für mich wichtigsten Leuten die ich in den Tagen kennenlernen durfte.

Einen der wohl schönsten Tage hatten wir in Noosa Heads. Es war wunderschönes Wetter und wir wollten eigentlich nur den Coastal Track laufen und dann weiterfahren. Ich war diesen Weg schon einmal gelaufen, aber diesmal war es anders. Bereits nach den ersten paar Metern sahen wir einen Koala. Mein erster wilder Koala. Ich war bereits glücklich und zufrieden aber es wurde immer besser. Wir beobachteten wie hunderte Surfer auf riesigen Wellen den Felsen entgegen surften, wurden klitschnass als uns ein paar Wellen an den Fairy Pools trafen und sahen zwei Delfine im letzten Tageslicht hinter den Surfern spielen. Es war wundervoll und wir wollten garnicht mehr gehen. Ich hätte noch Stunden hierbleiben können, den Surfern zuschauen und die Farben des Sonnenuntergangs bewundern.

Da ich bereits eine Woche lang auf Fraser war, hatte ich mich entschieden nicht mitzukommen wenn alle anderen für zwei Tage nach Fraser fahren würden. Nachdem alle Anderen in den gemieteten 4×4 davongefahren waren, verbrachte ich zwei Tage in Hervey Bay, genoß etwas Zeit alleine, schlief auf der Rückbank des Vans und verbrachte viel Zeit am Strand. Die Gruppe hatte es dann doch tatsächlich geschafft ihre Fähre zu verpassen, zum Glück fuhr spät Abends noch eine letzte Fähre.

Die Fahrt durch bis Cape Hillsborough war über 700km von unserem letzten Spot. Schon morgens als wir losfuhren um unsere Sachen zu waschen, ging alles schief. Die Waschmaschinen und Trockner funktionierten nicht so dass wir alles nass und dreckig wieder ins Auto packten und losfuhren. Es dauerte nicht lange und mehrere Autos signalisierten uns, dass die Tür des Trailers offen war, da das Türschloss gebrochen war. Zwei andere Schlösser waren am Vorabend bereits kaputt gegangen. Später am Tag brach dann noch die Kreditkarte für das Benzin durch. Irgendwann nachts hatten wir dann alle frisch gewaschene Kleidung und die Tür war fest zugeschnürt. Wir brauchten einen ganzen Tag und eine ganze Nacht bis zum Cape Hillsborough. Als wir morgens um 3:30 Uhr da ankamen, schnappten wir uns einfach ein paar Sachen und legten uns an den Strand bis zum Sonnenaufgang. So sparten wir immerhin das Geld für den Campingplatz.

So lagen wir alle dort unter den Palmen am Strand als die Sonne aufging und die Kangurus und Wallabies an den Strand kamen (Dafür ist der Strand bekannt). Es war wunderschön.

Als wir uns in Airlie Beach an die Lagune legten um in der Sonne zu dösen, hatte ich noch keine Ahnung, wie die nächsten Tage aussehen würden. Von Airlie Beach kann man zu den Whitesunday Islands fahren und das hatten wir auch alle vor. Der bekannteste Weg dort hin zu kommen, ist eine zweitägige Segeltour. Zum einen kostet die viel Geld und zum anderen verbringt man die meiste Zeit auf dem Boot. Ich aber wollte möglichst viel Zeit an dem Weltbekannten Strand verbringen. Also hatte ich mich etwas informiert und rausgefunden, dass man mit einem Wassertaxi an den Strand gelangen kann und dort campen. Mein Plan war also gewesen, dort eine Nacht zu campen während die anderen auf dem Boot waren.

Zu meinem Glück würde Lenni nicht mit den anderen auf die Segeltour gehen, da er bereits Wochen zuvor eine Segeltour gebucht hatte, die zu einem anderen Datum stattfinden würde. Es war bereits kurz vor Sonnenuntergang als Lenni entschied mit mir zu kommen. Und das nicht nur für zwei Tage sondern für drei. Ich hätte garnicht glücklicher sein können. Innerhalb weniger Minuten hatte ich das Wassertaxi für den nächsten Morgen gebucht und die Rückfahrt, zwei Nächte camping am Whitehaven Beach und für den selben Abend noch ein Hostel in Airlie Beach. So eine spontane Aktion hatte ich noch nie gemacht aber es war toll.

Einige aus der Gruppe hatten das Hostel vorher schon gebucht, da sie am nächsten Tag Fallschirmspringen würden und nachdem Lenni und ich auch das Hostel gebucht hatte, entschieden alle Anderen auch dort zu bleiben. Wir bereiteten also genug Essen für die nächsten zwei Tage vor, packten Campingsachen zusammen und gingen dann alle zusammen auf dem Campinggelände des Hostels feiern. Das wir am nächsten morgen um 5:45 Uhr aufstehen mussten, störte uns wenig.

Es war Zeit für ein kleines Abenteuer. Erst Bus dann Wassertaxi und um 9 Uhr standen wir mit all unseren Sachen auf dem Whitehaven Beach und bauten unser Zelt auf. Es war komplett unwirklich. Die ganzen nächsten Tage bis wir zurück in Airlie Beach waren fühlten sich komplett unwirklich an. Das Wasser war so türkies wie es nur sein konnte, der Sand war weiß und weich. Bis auf die Stunden am Tag an dem die Segelboote hier ankerten, gehörte der Strand nur uns. Es war einfach himmlisch und ich stömmte über vor Glück. Morgens liefen wir zu einem Lookout in der Nähe des Strandes, tagsüber waren wir schwimmen oder liefen am Strand entlang und abends saßen wir zusammen mit Johannes der hier auch campte am Strand und schauten die Sterne an.

Am zweiten Tag machten wir uns nachdem wir den Sonnenaufgang angeguckt hatten auf den Weg zum berümten Hill Inlet Lookout. Zum Glück war es etwas bewölkt, denn wir liefen fast 10km am Strand entlang um zu dem Lookout zu gelangen.  Das letzte Stück mussten wir durch das Wasser des Inlets laufen, was selbst bei Ebbe nur gerade eben machbar ist. Da wir nicht genau wussten, wann Ebbe ist, wir aber wieder auf die andere Seite gelangen mussten, hatten wir nur wenige Minuten am Lookout bevor wir so schnell es ging wieder durch das Inlet liefen um zurück an den Whitehaven Beach zu gelangen. Der Lookout war einfach atemberaubend und wir beide wünschten uns, wir hätten mehr Zeit dort gehabt.

Viel zu früh war dieses kleine Abenteuer zuende. Ich war überglücklich, dass Lenni mitgekommen war. Diese drei Tage dort werde ich niemals vergessen.

Etwas abenteulich wurde die Rückfahrt mit dem Wassertaxi dann doch noch. Es war ziemlich wellig und das Boot war nichts anderes als eine kleine Nussschale aus Aluminium. Selbst als wir angewiesen wurden eine große Plane über all unser Gepäck auszubreiten, konnten wir uns noch nicht vorstellen, dass wir wenig später von jeder zweiten Welle komplett überspült werden würden und klitschnass ankommen würden. Es machte aber Spaß und war ein schöner Abschluss neben dem Eis was wir uns an der Lagune in Airlie Beach teilten.

Magnetic Island überraschte mich voll und ganz, uns alle. So wurde aus erwarteten zwei Tagen auf einer langweiligen kleinen Insel eine wunderbare, erlebnisreiche und lustige Zeit die uns mehr zusammenschweißte als alles andere. Den Vormittag verbrachten wir alle schlafend auf den Sitzsäcken vom Hostel dem der Campingplatz gehörte. Alle waren etwas gelangweilt, wollten was machen und waren gleichzeitig zu faul für irgendwas. Schließlich fuhren wir alle zusammen los. Irgendjemand hatte den Kanadier Noah kennengelernt und neben ihm hatten wir noch zwei andere Backpacker mit dabei, die wir irgendwo absetzten. Keiner wusste genau wohin wir fuhren. Letztendlich entschieden wir uns für den bekannten Forts Walk. Einige von uns etwas angeheitert und mit einer Musikbox ausgestattet liefen wir los. Singend und tanzend hatten wir alle viel Spaß, aber wenig von dem Walk an sich. Wir sahen nicht einen einzigen Koala. Stattdessen kletterten wir auf den Felsen und auf die Ruinen um die beste Aussicht zu haben. Es fühlte sich toll an und ein bisschen als wären wir wieder Kinder die im Wald herumlaufen und auf alles draufklettern.

Abends fand im Hostel eine art Spieleabend statt für den man sich als Gruppe anmelden konnte. Wir bildeten mehrere Gruppen und kämpften einerseits für einander und gleichzeitig gegeneinander. Es machte super viel Spaß und unser ganzer Trupp machte mit und wir feierten und tanzten den ganzen Abend. Später noch am Strand langlaufen und die Sterne angucken war der perfekte Abschluss für den Tag. Am nächsten Morgen nahm ich den Sonnenaufgang gleich auch noch mit.

Wie sehr uns der Abend auf Magnetic Island zusammengeschweißt hatte, war sofort zu spüren. Die Art, wie wir miteinander umgingen und wir wir Zeit miteinander verbrachten war viel inniger als vorher.

Zwischen Brisbane und Cairns gibt es nur wenige Orte an die ich nochmal reisen möchte. Wallaman Falls ist einer dieser Orte. Wir kamen eine nur eine Stunde vor Sonnenuntergang an was eindutig zu wenig zeit ist. Ich wollte den Wasserfall gerne vom Lookout aber auch vom Fuß des Wasserfalls sehen. Zum Fuß des Wasserfalls läuft ein 2km langer weg und geht 300 Höhenmeter tief. Hört sich nicht steil an, ist es aber. Wir rannten so schnell wir konnten um anzukommen bevor es dunkel wird. Wir und unsere Kameras waren komplett nass bevor wir überhaupt ankamen. Es war ein atemberaubender Anblick die Wassermassen auf die Felsen krachen zu sehen.

Kurz vor Cairns mussten wir den Trailer in die Werkstatt bringen um die Seitentür reparieren zu lassen. Während dessen verbrachten wir ein paar schöne Stunden am Mission Beach. Ein schöner Strand mit unendlich vielen Kokosnusspalmen. Seit dem ich in Cape Hilsborough das erste mal Kokosnuss probiert hatte, esse ich sie wann immer ich welche finde.

Insgesamt waren wir 3143km gefahren. Die erste Nacht in Cairns war bereits für uns gebucht und bezahlt worden im Dreamtime Travellers. Eins der teureren Hostel in Cairns aber definitiv das Geld wert. Wir alle blieben in dem Hostel für die gesamte Zeit die wir in Cairns waren.

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