6 Tage Fraser Island

Fraser Island und besonders Lake McKenzie haben mich umgehauen.

Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und 120km lang. Die Insel ist nur mit einem Allrad befahrbar und selbst davon bleiben täglich welche stecken. Mit Pech passiert das genau dann, wenn die Flut ist und du kannst nur zusehen, wie dein Auto immer tiefer in den Sand gesogen wird.

Uns ist das zum Glück nicht passiert und wir hatten 6 wundervolle, abenteuerlustige Tage.

Bereits zur Fähre hin musste man über den Strand fahren. Weshalb wir vorher schon Luft aus den Reifen ließen.

Auf Fraser Island angekommen entschieden wir uns dafür einfach den anderen Autos zu folgen. Obwohl Flut erst eine Stunde zurücklag, fuhren alle Autos nach den ersten paar Kilometern vom Innlandtrack auf den Strand. Es hätte uns sehr viel Sprit erspart, wenn wir den Autos nicht gefolgt wären. Da das Wasser noch so hoch stand, mussten wir fast in den Dünen fahren, wo der Sand weich und tief ist und die Gefahr stecken zu bleiben groß.

Sobald wir wieder den Innlandtrack fuhren hatte ich furchtbares Mitgefühl mit dem Auto. Die sogenannten Straßen bestehen aus tiefen Schlaglöchern, Wurzeln und tiefen Rillen im Sand. Beschreiben kann man das garnicht. Es dauerte nicht lange und mir wurde schlecht. Der Motor vom Auto fing an zu stinken, immer wieder schlug das Auto hinten mit voller Wucht auf und die Tanknadel war schon um ein Drittel gesunken obwohl wir einen 90l Tank hatten und nur 30km gefahren waren. Wir brauchten ganze drei Stunden für diese 30km zum Lake Mckenzie.

Dort angekommen quietschte ich wie ein kleines Kind, so schön war es hier. Das Wasser war ein Traum und lief man ein paar Meter durch brusttiefes Wasser, so erreichte man einen zweiten Strand ohne eine Menschenseele. Es war einfach nur wundervoll. Schwimmen, sonnen, schwimmen, Drohne fliegen, schwimmen und genießen.

Mit der Drohne zu fliegen macht mir noch so viel mehr Spaß, als Fotos mit meiner Kamera zu machen. Mit der Drohne kann man einen Ort nochmal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben. Es ist als wäre man an einem anderen Ort. Während ich nicht so der Fan von den Menschen bin, die von Allem die ganze Zeit und überall Fotos machen müssen, sehe ich das Fotografieren mit der Drohne ganz anders. Und ich liebe es. Es macht nicht nur unglaublich Spaß, sondern man bekommt auch noch tolle Aufnahmen.

Wie ihr wisst, mag ich Orte am liebsten wenn kein Anderer da ist. Also meistens entweder für Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Da wir später eh nur noch zum Campingspot fahren würden, kochten wir am See unser Abendessen und hatten danach den ganzen Strand nur für uns bevor es dunkel wurde. Wir waren traurig diesen friedlichen wunderschönen See zu verlassen. Aber das Beste war zu wissen, dass wir auf dem Rückweg wieder hierherkommen würden. Auf dem Weg zum Campingspot saß ein Babyeulenschwalm auf unserem Weg. So einen süßen kleinen Vogel, vielleicht 10cm groß, habe ich noch nie zuvor gesehen.

Wir campten von nun an jede Nacht am Strand hinter der ersten Düne um die Zelte etwas vor Wind zu schützen. Denn windig war es. Manchmal saßen wir Nachts draußen, guckten uns die Milchstraße an und zählten Sternschnuppen während wir den Wellen lauschten.

Vom Elli Creek hatten anscheinend alle schon ganz viel gehört, außer mir. Um dort zu parken mussten wir durch den Creek durchfahren. Er war um einiges tiefer als erwartet und die Fenster unserer Autos waren alle auf. So wurden nicht nur wir klitschnass, sondern auch all unsere Sachen im Auto. Weil es aber so viel Spaß gemacht hatte, führen wir einfach noch ein paarmal durch (mit geschlossenen Fenstern). Außerdem wurde das Auto so ein bisschen vom Salzwasser befreit. Elli Creek war wirklich schön aber man fühlte sich wie im Hochsommer im Freibad. Es war hoffnungslos überfüllt.

Das Maheno Shipwreck erreichten wir erst recht spät, so dass weniger Leute da waren.

Die Champagna Pools machten sehr viel Spaß. Vor Allem da die Flut gerade reinkam und große Wellen über die Felsen in die Pools stürzen ließ. Wir waren so früh da, dass außer uns nur zwei andere Leute da waren. Also meine liebste Zeit für einen Ort wie diesen.

Heute war der Tag, an dem wir bis zur nördlichsten Spitze von Fraser Island fahren wollten. Wir hätten uns dieses Mal sehr viel besser informieren sollen.

So fing es an: Über den 75mile Beach ging es immer weiter Richtung Norden. Dieser Strand macht Spaß. Vor Allem 3h vor Flut. Mein liebster Platz? Auf dem Autodach. Irgendwann kamen wir zu einer Stelle, wo ganz viele Autos standen aber auf unserer Karte war keine Sehenswürdigkeit eingetragen. Später wurde uns klar, dass wir die Sehenswürdigkeit sein würden.

Wir fuhren einen sehr engen und kurvigen Pfad zwischen den Felsen durch, durch eine tiefe Pfütze und wenige Meter weiter blieben wir stecken.

40 Schaulustige mehr, 20 Tipps und drei Anläufe pro Auto später drehten wir wieder um. Der Gestank der Autos war kaum noch auszuhalten, die Angst wirklich stecken zu bleiben wurde mit jedem Versuch größer und unsere Arme taten vom schieben schon weh. Selbst wenn wir es auf die andere Seite des Hügels schaffen sollten, mussten wir am nächsten Tag auch wieder zurückkommen.

Jetzt stellten wir unsere Autos vor der unheilvollen Stelle ab und wurden zu Schaulustigen. Wir redeten mit ein paar Leuten und bereuten, dass wir das nicht vorher gemacht hatten. Mit alle den Tipps, die wir bekamen, hätten wir es schaffen können. Jetzt waren wir aber zu fertig, um noch einen Versuch zu wagen. Hätten wir das große Schild am Anfang der Passage mal besser gelesen, hätten wir uns die Stelle vorher vielleicht angeguckt. Die Passage ist nämlich vom 15.November bis 30.März gesperrt, da der Sand in der Trockenzeit zu weich ist, um durchzufahren. Also war die Passage erst seit wenigen Tagen wieder geöffnet.

Auf dem Rückweg verbrachten wir wieder einige schöne Stunden bei den Champagna Pools und einen weiteren Tag am Lake McKenzie.

Diesmal war der Himmel überm Lake McKenzie grau und es war kühl und windig. Als es nach Regen aussah, liefen wir so schnell es ging zurück zum Auto, wurden aber alle nass. Da wir eh schon nass waren, ließen wir alles im Auto und gingen im Regen schwimmen. Das machte nochmal doppelt Spaß. Ich habe an kaum einem Ort jemals die Zeit so genoßen wie am Lake McKenzie.

Bereits am Vorabend bevor wir Fraser verließen, hatten Lena, Jo und ich ein bisschen gequatscht und ich hatte entschieden, mich nach Fraser von den beiden und Nilli und Lukas zu trennen und anders weiter zu reisen. Also setzten sie mich in Hervey Bay in einem Hostel ab und drei wundervolle Wochen mit den Vieren waren vorbei. Sehr gespannt wie es weitergehen würde, ging es also zurück zum Hostelleben.

Meine Empfehlung, wenn ihr einen eigenen Allrad habt? Fahrt mit dem auf Fraser Island anstatt ein Auto zu mieten.

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